Psychotherapie auf Deutsch für Deutsche in Barcelona
Es gibt einen Moment, der bei fast allen irgendwann kommt, die nach Barcelona gezogen sind. Die erste Zeit ist vorbei, die Wohnung ist eingerichtet, der Papierkram erledigt, und trotzdem stimmt etwas nicht. Der Alltag läuft auf Spanisch oder Katalanisch, die Freundschaften sind höflich, aber flach, und zu Hause fragt niemand mehr, wie es wirklich geht, weil man ja am Meer wohnt.
Wenn Sie das kennen, sind Sie hier richtig. Ich bin Diplom-Psychologin und approbierte Psychotherapeutin, lebe selbst mit meiner Familie in Barcelona und arbeite auf Deutsch, vor Ort im Eixample und per Video-Call.
Warum Therapie in der Muttersprache anders wirkt
Ein Argument hört man oft: Wenn das Spanisch für den Arzt, die Behörde und die Arbeit reicht, dann reicht es auch für eine Therapie. In der Praxis stimmt das selten.
Gefühle sind sprachlich verankert, und zwar meist in der Sprache, in der man sie zum ersten Mal erlebt hat. Wer als Kind getröstet, ausgeschimpft oder übersehen wurde, hat dafür deutsche Worte, keine spanischen. In einer Fremdsprache lässt sich beschreiben, was passiert ist; was es bedeutet hat, lässt sich schwerer greifen. Man merkt es daran, dass die Sätze glatter werden. Korrekter. Weiter weg.
Dazu kommt das Tempo. In der Muttersprache kann man stocken, sich korrigieren, einen halben Satz stehen lassen. Wer in einer Fremdsprache spricht, benutzt einen Teil der Aufmerksamkeit für Grammatik. Genau dieser Teil fehlt dann an anderer Stelle.
Themen, die beim Auswandern typisch sind
Nicht alles, was nach dem Umzug schwer wird, hat mit dem Umzug zu tun. Aber manches schon, und es hilft, das auseinanderzuhalten.
- Einsamkeit, die man sich nicht eingesteht. Von außen sieht das Leben gut aus, und man hat selbst entschieden herzukommen. Das macht es schwerer zuzugeben, dass man niemanden hat, den man um drei Uhr nachts anrufen könnte.
- Identität zwischen zwei Ländern. In Barcelona bleibt man die Deutsche, in Deutschland ist man nach ein paar Jahren die, die weggegangen ist. Beides stimmt halb.
- Der Partner, der mitgekommen ist. Eine Person hatte einen Grund für den Umzug, die andere hatte eine Beziehung. Das Ungleichgewicht zeigt sich oft erst nach ein, zwei Jahren, und meistens an etwas anderem.
- Kinder zwischen Sprachen und Schulsystemen. Wenn das Kind besser Katalanisch spricht als Sie, verschiebt sich etwas im Familiengefüge, das vorher selbstverständlich war.
- Eltern, die älter werden, und man ist nicht da. Zwei Flugstunden sind wenig, bis sie plötzlich sehr viel sind.
- Beruflicher Bruch. Qualifikationen, die in Deutschland selbstverständlich waren, zählen hier manchmal weniger. Das kratzt am Selbstwert, auch wenn man weiß, dass es nichts über einen aussagt.
Diese Themen tauchen selten einzeln auf. Häufiger kommt jemand wegen Erschöpfung oder wegen einer Krise in der Beziehung und stellt unterwegs fest, dass der Umzug eine Rolle spielt, an die er nicht gedacht hatte.
Und das spanische Gesundheitssystem?
Wer hier gemeldet und versichert ist, hat über den Centro de Atención Primaria Zugang zur öffentlichen psychologischen Versorgung. Das ist eine echte Möglichkeit, und für manche die richtige. Zwei Dinge sollte man dabei wissen: Die Wartezeiten sind oft lang und die Abstände zwischen den Terminen groß, und die Behandlung findet auf Spanisch oder Katalanisch statt.
Privat gibt es in Barcelona viele Psychologinnen und Psychologen. Deutschsprachige, die in Deutschland approbiert sind, sind es deutlich weniger.
Wie ich arbeite
Meine Grundausbildung ist eine moderne Verhaltenstherapie mit schematherapeutischer Ausrichtung, kombiniert mit emotionsfokussierten, imaginativen und gestalttherapeutischen Methoden sowie Techniken der Dialektisch-Behavioralen Therapie. Was das konkret bedeutet, steht ausführlicher unter Angebot.
Für die Arbeit mit Zugezogenen ist vor allem der schematherapeutische Teil nützlich. Dabei geht es um überdauernde Muster: Reaktionen, die früh einmal sinnvoll waren und die man mitnimmt, egal in welches Land. Ein Umzug legt solche Muster oft frei, weil die gewohnte Umgebung wegfällt, die sie vorher abgefedert hat.
Praktisches
Die Praxis liegt in der Rda. de Sant Pere, 11, im Eixample, etwa 170 Meter von der Metrostation Urquinaona (L1, L4) und gut zweihundert Meter von der Plaça de Catalunya. Termine vor Ort nach Absprache; der größere Teil meiner Arbeit findet per Video-Call statt, und viele kombinieren beides.
Eine Einzelsitzung dauert 50 Minuten und kostet 70 Euro, Paar- und Familiensitzungen 100 Euro. Das erste Gespräch ist kostenlos und findet online statt. Nach jeder Sitzung bekommen Sie eine Rechnung, die Sie bei einer deutschen gesetzlichen Krankenkasse einreichen können; Näheres unter Ablauf und Kosten.
Häufige Fragen
Muss ich Spanisch können, um bei Ihnen in Therapie zu gehen?
Nein. Die Sitzungen finden auf Deutsch statt. Für viele ist genau das der Grund, warum sie herkommen: Sie müssen nicht erst übersetzen, was sie fühlen.
Ich lebe in Barcelona, bin aber in Deutschland versichert. Bekomme ich etwas erstattet?
Nach jeder Sitzung erhalten Sie eine Rechnung, die Sie bei Ihrer deutschen Krankenkasse einreichen können. Ich rechne nicht direkt mit Kassen ab. Ob und wie viel erstattet wird, entscheidet Ihre Kasse im Einzelfall, deshalb klären Sie das am besten vorher ab.
Kann ich Termine vor Ort und per Video mischen?
Ja, das machen viele. Die Praxis liegt im Eixample, wenige Minuten von der Plaça Urquinaona. Wer pendelt, im Sommer wegfährt oder später aus Barcelona wegzieht, wechselt einfach auf Video-Call, ohne die Therapeutin zu wechseln.
Ich bin gerade erst hergezogen und weiß nicht, ob es Heimweh ist oder mehr.
Das lässt sich im kostenlosen Vorgespräch klären. Es dauert etwa so lange wie eine halbe Sitzung, findet online statt und verpflichtet zu nichts.
Was kostet eine Sitzung?
70 Euro für 50 Minuten Einzeltherapie, 100 Euro für Paar- und Familiensitzungen. Das Vorgespräch ist kostenlos.
Wenn Sie unsicher sind, ob das für Sie passt, schreiben Sie mir kurz, worum es geht. Ich melde mich in der Regel innerhalb von drei Werktagen: Kontakt.
